Geschichte & Gegenwart

 

Die Chronik unserer Kirchengemeinde

 

Entstehung und Entwicklung der Evangelischen Kirchengemeinde Baukau

 

1896

01.10.1896
Die Evangelische Kirchengemeinde Baukau wurde gegründet.
 

21.10.1896
Die Repräsentanten wurden gewählt.
 

04.11.1896
Die Wahl des ersten Presbyteriums der neu gegründeten Kirchengemeinde erfolgte.
 

15.11.1896
Die ersten Presbyter wurden von Pfarrer Eugen Albers (zu der Zeit Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Herne) während des Hauptgottesdienstes in ihr Amt eingeführt.
 

25.11.1896 

Die erste Sitzung des neuen Presbyteriums fand unter der Leitung von Pfarrer Albers statt.
 

28.12.1896
Das Presbyterium beschloss die Offerte des Ältesten Sehrbruch, sobald als möglich an der Bismarckstraße einen Saal von 160 -170 m² zu bauen und diesen gegen eine jährliche Entschädigung von 200 Mark zu gottesdienstlichen Zwecken zur Verfügung zu stellen. So entstand die Gaststätte "Deutsche Eiche". Das Presbyterium wurde beauftragt, 200 Stühle, eine Kanzel oder ein Rednerpult sowie einen Altar zu beschaffen, damit die Räumlichkeiten für die Gottesdienste nutzbar gemacht werden konnten. Außerdem entschied man sich nach längerer Debatte für ein Dienstsiegel mit aufgeschlagener Bibel, auf deren Seiten die Buchstaben Alpha und Omega stehen. Mit dieser, von dem Schriftzug "Evangelische Kirchengemeinde Baukau" begleiteten Darstellung, wurde der neu gegründeten Kirchengemeinde Identität verliehen. Das Dienstsiegel ist noch heute in Gebrauch.

 

 

1897

05.01.1897
Das Presbyterium entschied sich für den Ankauf eines Grundstücks des Landwirtes Arndt an der Kaiserstraße, um dort einen Friedhof anzulegen.
 

10.03.1897
Die Entscheidung für einen geeigneten Bauplatz für die neue Kirche fiel auf das Angebot eines Grundstücks der Landwirte Wilhelm Koppenber, gen. Sehrbruch und Heinrich Lochthofe an der Bismarckstraße.
 

10.06.1897
Der Hilfsprediger Heinrich Niedermeier wurde von der Gemeinde zum ersten Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Baukau gewählt.
 

29.07.1897
Superintendent Daniels ordinierte Heinrich Niedermeier und führte ihn in sein Amt als Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Baukau ein.

 

 

1898

31.01.1898
Eine Baukommission, bestehend aus Mitgliedern des Presbyteriums und einigen Repräsentanten der Gemeinde, wurde ins Leben gerufen.
 

09.04.1898

Die Baukommission entschied sich, den Baumeister Siebold aus Bielefeld mit dem Bau der neuen Kirche zu betreuen und beauftragte einen Entwurf.
 

21.04.1898
Unter Anwesenheit des Architekten Siebold beschloss die Versammlung das Aussehen der neuen Kirche.
 

23.05.1898
Baumeister Siebold erläuterte die von ihm angefertigten Skizzen und besuchte mit Mitgliedern der Baukommission und Repräsentanten eine Kirche in Duisburg.
 

19.08.1898
Nachdem die Entwürfe für den geplanten Bau der Kirche auf verschiedenen Ebenen der Gemeinde diskutiert waren, genehmigte das Presbyterium zusammen mit der größeren Repräsentation der Evangelischen Kirchengemeinde Baukau die von dem Regierungsbaumeister eingereichten Pläne samt Kostenvoranschlag. Die Bauarbeiten begannen etwa im Oktober/November 1898.

 

 

1899

20.04.1899
Der Grundstein wurde an der Nordseite des Chores gelegt. In ihm enthalten ist eine Urkunde, deren Abschrift sich heute noch im Gemeindearchiv befindet.

 

 

1900

28.03.1900
Die neue Kirche wurde durch Generalsuperintendent Dr. Nebe geweiht. Zu diesem Anlass überreichte er der Gemeinde ein Geschenk der Kaiserin Auguste Victoria. Es handelt sich dabei um eine kostbar gestaltete, in Leder eingeschlagene, mit Beschlägen versehene Bibel, die 1892 bei der J. C. Hinrichs'schen Buchhandlung in Leipzig gedruckt wurde und die Texte in der Übersetzung Martin Luthers sowie eine Widmung der Kaiserin enthält. Sie gehört zu den wenigen Zeugnissen der Gründungsphase, die bis heute erhalten geblieben sind. Im Anschluss an die feierliche Weihe des neuen Gotteshauses fand ein großes Festessen im Saal des Wirtes Sehrbruch statt.

 

 

1908

25.07.1908
Die Pläne für den Neubau eines Gemeindehauses an der Kaiserstraße 72 werden vom provinzialkirchlichen Bauamt für Westfalen genehmigt.
 

17.08.1908
Der vollendete Rohbau des neuen Gemeindehauses wurde fertiggestellt, wie eine Abnahmebescheinigung belegt.

 

 

1909

20.06.1909
Das neue Gemeindehaus wurde durch den Superintendenten Engeling eingeweiht. (Dieses Gebäude wurde in den achtziger Jahren an die Stadt verpachtet, die dort ein Asylantenheim einrichtete. Nach einem Großbrand am 10.04.1993 musste das Gebäude abgerissen werden.)

 

 

1914

01.01.1914
Eine zweite Pfarrstelle wurde eingerichtet. Mit dem Amt betraute man Fritz Lohmeyer, der an der Universität Leipzig Theologie studiert hatte. Er war nur wenige Wochen im Amt. Der Ausbruch des 1. Weltkrieges im August 1914 und seine damit verbundene Abberufung zum Militär verhinderten die weitere Ausübung seines Berufes. Zwar kehrte er später nach Baukau zurück, bat aber bereits im Frühjahr 1918 um seine Entlassung, um eine Pfarrstelle in Rees am Niederrhein antreten zu können. Dem stimmte das Presbyterium zu.

 

 

1918

09.11.1918
Wilhelm II. dankte als deitscher Kaiser und preußischer König ab - ein Schock für die evangelische kirche, von dem sie sich nur schwer erholte. Als Staatskirche hatte sie ihr geistiges Oberhaupt verloren. Das Landesherrliche Kirchenregiment, das den Landesherrn auch als obersten Bischof vorsah, erlosch.
 

Die Pastoren, die sich in ihrer Mehrheit der preußischen Monarchie verschrieben hatten, fielen über Nacht in ein tiefes schwarzes Loch. Orientiert an nationalen Leitbildern, flüchteten sie sich während der Nachkriegszeit in die Ideale der vergangenen Kaiserzeit. Die mangelnde Verständnisbereitschaft für die Entwicklung demokratischer Ideen in der Weimarer Republik führte dazu, dass die evangelische Kirche zu spät das Aufkommen des deutschen Nationalismus erkannte. Im Vergleich zu den Katholiken arbeiteten die Protestanten nicht aktiv bei der Bildung der Weimarer Republik mit. Zunächst waren sie mit der Neustrukturierung ihrer Kirche beschäftigt.
 

Die evangelische Landeskirche in Westfalen spiegelt die Zustände auf regionaler Ebene wider. Tief verunsichert über die Forderung der neuen preußischen Landesregierung, Staat und kirche strikt voneinander zu trennen, treten am 18. November 1918 Oberkirchenrat und Generalsynodalvorstand - die Führungsgremien der westfälischen Landeskirche - zusammen und beschließen, nach dem Erlöschen des Landesherrlichen Kirchenregiments die Leitung der Kirche selbst in die Hand zu nehmen.
 

Dagegen entscheidet die preußische Landesversammlung in einer "Bestimmung über die Ablösung der königlichen Befugnisse", drei Vertreter der Staatsorgane mit der Wahrnehmung der ehemaligen Rechte des Königs zu beauftragen.
 

Nach monatelangem Tauziehen einigt man sich auf die Einberufung einer verfassungsgebenden Kirchenversammlung. Auf der außerordentlichen Generalsynode vom 10. April 1920 bis zum 24. April 1920 verabschiedet man eine Wahlordnung und beschließt, die Übernahme der kirchlichen Rechte des Königs durch kirchliche Organe zu regeln.
 

Am 26. September 1920 geht mit der Tagung der außerordentlichen verfassungsgebenden Kirchenversammling das Kirchenregiment vom König auf die evangelische Kirche über.
 

Bereits sehr früh, am 01. Dezember 1918, reagierte das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Baukau und die größere Gemeindevertretung auf die neuen kirchenpolitischen Verhältnisse. In einer Erklärung beider Gremien heißt es: "... Unter der Voraussetzung, dass die bisherige Form der evangelischen Kirche als Staatskirche bricht, erklärt die größere Gemeindevertretung: Wir erkennen, dass die Zukunft unserer evangelischen Kirche nur durch den engen und einmütigen Zusammenschluss der Gemeinden auf synodaler Grundlage gesichert ist. Wir wollen darum die bestehende rheinisch-westfälische Kirchenordnung mit Ausnahme der Bestimmungen, welche durch das landesherrliche Kirchenregiment bedingt waren, aufrecht erhalten. Dafür erkennen wir die Kreissynode als unsere Beauftragte innerhalb der erwähnten Bestimmungen an und wünschen ihren baldigen Zusammentritt ..."
 

Wie in vielen anderen Gemeinden des Kirchenkreises wollte man in Baukau auch die synodalen Elemente der alten Kirchenordnung bewahren.
 

 

Fortsetzung und Fotos folgen

 

 

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