Orgelpositiv

 

Das Orgelpositiv in der Matthäuskirche 

Die regelmäßigen Besucher unserer Matthäuskirche haben es sicher schon entdeckt, das "neue" Orgelpositiv, welches sich seit Ende Oktober des vergangenen Jahres vorne unter der linken Seitenempore in unserer Kirche befindet. Es handelt sich dabei aber nicht etwa um ein neu angeschafftes Instrument, sondern um eine überaus freundliche Dauerleihgabe der Stadt Herne, welche dieses Instrument in den 1970er Jahren für ihr Kulturzentrum geplant und in Auftrag gegeben hat. Das Orgelpositiv wurde 1977 zunächst mit drei Registern von der Orgelbaufirma Klaus Becker aus Kupfermühle erbaut und im darauf folgenden Jahr 1978 von der gleichen Firma um zwei weitere Register ergänzt, die zwar schon im ersten Bauabschnitt geplant waren, aus Kostengründen aber erst später ausgeführt werden konnten. In den letzten Jahrzehnten stellte sich heraus, dass dieses Orgelpositiv im Kulturzentrum immer seltener bis fast gar nicht mehr gebraucht wurde. Da die Musiker und Ensembles zu den Konzerten im Rahmen der Tage alter Musik in Herne und auch zu anderen Konzerten im Kulturzentrum meist ihre eigenen Instrumente mitbringen, welche wegen der heute üblichen historischen Aufführungspraxis auch anders gestimmt sind, wurde das Instrument bald nicht mehr gebraucht und verschwand im Keller des Kulturzentrums. Im letzten Jahr kam bei den Verantwortlichen der Stadt die Idee auf, das Orgelpositiv in einer der umliegenden Kirchen aufzustellen, wo es wieder regelmäßig genutzt werden könnte. Durch gute Kontakte unserer Gemeinde zu den Verantwortlichen der Stadt konnte erreicht werden, dass das Instrument schließlich zu uns kam.

 

  

Pfeifenseite des "neuen" Orgelpositivs

 

  

Die Disposition des Orgelpositivs lautet wie folgt:
 
Gedackt 8‘
Prinzipal 4‘
Rohrflöte 4‘
Waldflöte 2‘
Zimbel 3fach

  

Das Instrument wurde am 2. November 2014 in einem festlichen Gottesdienst zur Feier des Reformationstags feierlich in den kirchlichen Dienst gestellt. Dieser Gottesdienst wurde musikalisch von unserer Kantorei und von Gerd Dowedeit-Bellinghausen (Oboe) besonders gestaltet, wobei die Musiker seit langer Zeit das erste Mal wieder vorne in der Kirche musizieren konnten, da das Orgelpositiv fahrbar auf Rollen steht und so nahezu an jedem beliebigen Ort in der Kirche eingesetzt werden kann. Es ist zur Begleitung von Chor und Instrumentalisten bestens geeignet und hat einen schönen weichen und vollen Klang. Durch seine üppige Ausstattung von fünf Registern (die meisten Orgelpositive haben nur drei bis vier Register) ist es auch in der Lage, den Gemeindegesang bei gut gefüllter Kirche zu begleiten und auch entsprechende Orgelliteratur darzustellen. Das Orgelpositiv wird uns von der Stadt Herne auf unbestimmte Zeit unentgeltlich zum Gebrauch überlassen, wobei unsere Gemeinde sich im Gegenzug dazu verpflichtet hat, die Kosten für die regelmäßige Wartung und Pflege des Instruments zu übernehmen. Wir sind den Verantwortlichen der Stadt Herne für dieses äußerst großzügige Angebot überaus dankbar und freuen uns sehr über die kleine „neue“ Orgel, die es uns nun ermöglicht, nicht mehr nur auf der Orgelempore mit der großen romantischen Orgel, sondern überall in der Kirche mit verschiedenen Instrumentalisten und Ensembles zu musizieren. –Was für eine Bereicherung! 

  

Uwe Bittersmann
Kantor der Evangelischen Kirchengemeinde Baukau 

 

  

Spieltischseite des "neuen" Orgelpositivs

 

 

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